Was wird aus grünem Erdgas?

Eine Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz, wie hier in Altenhof, führt ein Nischendasein. Foto: Ontras Biogas, Wärmemarkt, Flexibilität, BHKW, Verstromung, EEG
Eine Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz, wie hier in Altenhof, führt ein Nischendasein. Foto: Ontras

Erdgas soll nicht nur Partner und Brü­cken­tech­no­lo­gie der Ener­gie­wende sein. Mit Gas aus Bio oder Erneu­er­ba­ren Ener­gien könnten die Netze auch noch weit über das Ende des fos­si­len Gases hinaus genutzt werden.

Doch in der Politik wan­delte sich das eins­tige erneu­er­bare Lieblings‐ zum Schmud­del­kind. Auch wenn das neue EEG der grünen Gas­va­ri­ante noch nicht den Todes­stoß ver­setzt – über­le­ben kann die Branche mit diesem Gna­den­brot kaum. …

Bei klei­ne­ren Bio­gas­an­la­gen bis 75 kW Leis­tung kostet nach Angaben des Fach­ver­ban­des FNR eine kWh Strom rund 30 Euro­cent, bei Anlagen bis 500 kW 17 Euro­cent. Das wäre ohne För­de­rung am Markt unver­käuf­lich. Zum Ver­gleich: Strom aus dem viel­ge­schmäh­ten Atom kostet rund 2 Euro­cent, der aus Kohle oder Wind­kraft­an­la­gen an Land rund 4 Euro­cent. …

Inves­to­ren ohne Ver­trauen

2014 wurde deshalb die För­de­rung von Bio­en­er­gie auf einen jähr­li­chen Zuwachs von 100 Mega­watt elek­tri­scher Leis­tung gede­ckelt. Das beschränkte Neu­an­la­gen auf den Einsatz von Bio­masse aus Rest‐ und Abfall­stof­fen. Doch nicht einmal die wurden 2015 mit gerade mal 23 MW aus­ge­schöpft, und auch die meist bei Klein­an­la­gen bis 75 kW in der Nähe von land­wirt­schaft­li­chen Betrie­ben. …

Im neuen EEG wurde der jähr­li­che Zubau via Aus­schrei­bung von 2017 und 2019 auf 150 MW begrenzt. Volks­wirt­schaft­lich gesehen ist das nichts. Daran ändert auch die Zubau‐Erhöhung auf 200 MW von 2020 bis 2022 nichts. Danach, so ist zu ver­mu­ten, läuft die För­de­rung via Aus­schrei­bung ganz aus. …

Par­al­lel wird der Gebots‐Höchstwert auf 14,88 Euro­cent je kWh für Anlagen bis 500 kW fest­ge­legt, also der Preis, der als Ver­gü­tung gezahlt wird und der sin­ni­ger­weise bei einer Aus­schrei­bung auch nicht über­schrit­ten werden sollte. …

Chancen im Wär­me­markt?

Doch wäre Biogas effi­zi­en­ter, würde es direkt im Wär­me­markt ein­ge­setzt? Auch hier hilft ein ernüch­tern­der Blick in den Markt. Nach Angaben der Deut­schen Energie‐Agentur (dena) bewegen sich die Groß­han­dels­preise für Bio­me­than zwi­schen 6 und 8 Euro­cent je kWh. An der Leip­zi­ger EEX kostet „nor­ma­les“ Erdgas für 2 bis 3 Euro­cent – hier ver­gleich­bar und nivel­liert mit dem Strom­preis. …

Dennoch wird Bio­me­than als Bei­misch­pro­dukt zu fos­si­lem Erdgas von ein­zel­nen Gas­ver­sor­gern bereits in Mischungs­ver­hält­nis­sen zwi­schen 5 und 20 Prozent, teil­weise auch als 100 Prozent reines „Bio‐Erdgas” ange­bo­ten. …


Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 12/2016 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Aus Gas, auch aus Biogas, Strom zu machen, ist wie­der en vogue. Das beschreibt Energieblogger‐Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog strom­aus­kunft.