EnEV und EEWär­meG werden GEG (Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz)

Dämmen bleibt wesentlich auch im neuen Gebäudeenergiegesetz. Foto: Urbansky EnEV, EEWärmG, GEG
Dämmen bleibt wesentlich auch im neuen Gebäudeenergiegesetz. Foto: Urbansky

Nun ist die Katze aus dem Sack: Die Abglei­chung von Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWär­meG) endet mit deren Zusam­men­le­gung.

Hinein mündet auch das Ener­gie­ein­spa­rungs­ge­setz (EnEG). Das ist ver­nünf­tig. Die anderen Vari­an­ten, die zu Wahl standen, wären inkon­se­quent gewesen. Doch bekommt das neue Gesetz zur Ein­spa­rung von Energie und zur Nutzung Erneu­er­ba­rer Ener­gien zur Wärme- und Käl­te­er­zeu­gung in Gebäu­den (Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz – GEG) damit eine neue Qua­li­tät? Oder ist 1 und 1 und 1 nur 3? Letz­te­res bleibt beim Lesen des Refe­ren­ten­ent­wur­fes zu ver­mu­ten.

Immer­hin – Anwen­dung und Vollzug werden logi­scher­weise erleich­tet, da es nun nur noch ein Gesetz gibt. Auch Dis­kre­pan­zen und unter­schied­li­che Begriffs­be­stim­mun­gen sind nun ange­gli­chen, die unter­schied­li­che Behand­lung von Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien sowie diver­gie­rende Anfor­de­run­gen an Anla­gen­tech­nik besei­tigt. Löblich ebenso: Für die Errich­tung neuer Gebäude gilt künftig ein ein­heit­li­ches Anfor­de­rungs­sys­tem, in dem Ener­gie­ef­fi­zi­enz und Erneu­er­bare Ener­gien inte­griert sind.

Was bleibt gleich

Es bleibt jedoch bei der Tech­no­lo­gie­of­fen­heit für Ener­gie­tech­nik als auch für die Bau­wei­sen. Das wurde im Vorfeld ins­be­son­dere vom grünen Lager kri­ti­siert, weil dadurch fossile Wär­me­er­zeu­ger vor allem im Bestand noch lange ein aus­kömm­li­ches Dasein haben werden. Wirt­schaft­lich ist es jedoch sicher für Immo­bi­li­en­be­sit­zer, die nicht die große Inves­ti­ti­ons­kraft haben, durch­aus sinn­voll, aber eben auch einer von vielen Punkten, der nicht über die vor­he­ri­gen Gesetze hin­aus­geht. Dazu gehört auch der Ansatz, den Pri­mär­ener­gie­be­darf von Gebäu­den zu mini­mie­ren, indem der Ener­gie­be­darf eines Gebäu­des von vor­ne­her­ein durch einen ener­ge­tisch hoch­wer­ti­gen bau­li­chen Wär­me­schutz begrenzt und den ver­blei­ben­den Ener­gie­be­darf zuneh­mend durch erneu­er­bare Ener­gien gedeckt wird. Ansons­ten wurden die Bestim­mun­gen von EnEV und EEWär­meG unver­än­dert über­nom­men.

Was ist neu

Neu ist hin­ge­gen der Nied­rigst­ener­gie­ge­bäu­de­stan­dard für neue Nicht­wohn­ge­bäude der öffent­li­chen Hand. Aller­dings fehlt noch eine geset­zes­feste Defi­ni­tion des­sel­ben. Das könnte der KfW-55-Standard sein, steht aber noch nicht fest. Was schon fest­steht, ist ein Zeit­plan: Ab 2019 ist er von der Öffent­li­chen Hand ein­zu­hal­ten, ab 2021 von pri­va­ten Bau­her­ren.

Auch die Fle­xi­bi­li­sie­run­gen beim Einsatz von gebäu­de­nah erzeug­tem Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien ist neu. Bisher erfolgte die Ver­mark­tung von EE-Strom zentral über die EEG-Vergütung. Von der Neu­re­ge­lung pro­fi­tiert auch gebäu­de­nah auf­be­rei­te­tes und in das Erd­gas­netz ein­ge­speis­tes Biogas sowie der Einbau von moder­nen, beson­ders effi­zi­en­ten Wär­me­er­zeu­gungs­an­la­gen in Neu­bau­ten, die Bestands­ge­bäude mit­ver­sor­gen und dadurch Alt­an­la­gen mit nied­ri­ge­rer Effi­zi­enz im Bestand erset­zen.

Die sich aus dem Pri­mär­ener­gie­be­darf oder Pri­mär­ener­gie­ver­brauch erge­ben­den CO2-Emissionen eines Gebäu­des sind künftig zusätz­lich im Ener­gie­aus­weis anzu­ge­ben. Aller­dings fehlt dafür noch der Rechts­rah­men. Außer­dem kann die Bun­des­re­gie­rung die Pri­mär­ener­gie­fak­to­ren durch Rechts­ver­ord­nung mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes neu jus­tie­ren. Künftig sollen die Kli­ma­wir­kung (CO2-Emissionen), die Ver­sor­gungs­si­cher­heit und weitere Aspekte der Nach­hal­tig­keit, etwa Ver­füg­bar­keit und Nut­zungs­kon­kur­ren­zen ein­zel­ner Pri­mär­ener­gie­trä­ger, Tech­no­lo­gien und Ver­fah­ren zur Wärme- und Käl­te­en­er­gie­be­reit­stel­lung stärker berück­sich­tigt werden.


Über die Pho­to­vol­taik im EEG 2017, von dem auch das neue GEG berührt ist, schrei­ben die Energieblogger-Kollegen Franz-Josef Kemnade und Chris­tian Sper­ling von next­kraft­werke hier.