Biokraftstoffe haben eine Zukunft. Foto: Urbansky

Effizienz schlägt Quote: Keine Zukunft für Bio an der Tanke

von | 28. Februar 2017

Die Beimi­schung von Biokraft­stoffen zu fossilem Diesel und Benzin ist in Deutschland gesetzlich geregelt. So will die Bundes­re­gierung die Einspa­rungs­ziele von Treib­haus­gasen im Verkehr erreichen. Doch die Zukunft für dieses Modell ist trübe. Denn eine andere poli­tische Vorgabe steht dem entgegen: die Stei­gerung der Effizienz. 
Die Rechnung der Bundes­re­gierung ist eine ganz einfache: Wenn bis 2050 die Effizienz im Verkehr um 40 Prozent gesteigert werden soll, müssen auch die Motoren um 40 Prozent mehr leisten oder weniger Energie verbrauchen als heute. Doch mit Verbren­nungs­mo­toren, egal ob nun fossil oder biogen gefüttert, ist dies nicht zu erreichen. Deren Effi­zi­enz­po­ten­ziale sind ausge­schöpft und die Effizienz bleibt gleich, bei alko­hol­ba­sierten Beimi­schungen wie zum Benzin ist sie sogar geringer. Die Schum­me­leien der Autobauer nicht nur bei Abgas‑, sondern auch bei Verbrauchs­werten, sind hierfür Indiz.

Deswegen steht mittel- bis lang­fristig die Beimi­schung erneu­er­barer Kraft­stoffe zu fossilen vor dem Aus. Selbst die Euro­päische Union hat daran einen Anteil. Im aktuellen Entwurf der novel­lierten Erneuerbaren-​Energien-​Richtlinie ist eine stufen­weise Absenkung des Anteils konven­tio­neller Biokraft­stoffe an den Erneu­er­baren Energien im Verkehrs­sektor von derzeit 7 auf 3,8 Prozent bis 2030 vorge­sehen. Zudem will die EU ab 2020 ein Verbot von deren Subventionierung.

Die Bundes­re­gierung, so Joachim Hugo, beim Bundes­ver­kehrs­mi­nis­terium für die Ener­gie­wende auf der Straße zuständig, präfe­riert sowieso die komplette Elek­tri­fi­zierung des Stra­ßen­ver­kehrs. Für Biokraft­stoffe sieht er nur noch den Luft- und Seeverkehr. Diese würden sich aller­dings deutlich von den heute verwen­deten, nahrungs­mit­tel­ba­sierten Bio-​Kraftstoffen der 1. Gene­ration unterscheiden.

Bio nur in der Luft und zur See

Für die Biokraft­stoffe der 2. Gene­ration gibt es schon tatsächlich erste Praxis­tests. Die Lufthansa vertraute etwa dem Biomass-to-Liquid-(BtL)-Treibstoff HVO von Hersteller Neste. Auf der Strecke Frankfurt/​Hamburg wurden während eines Versuchs im letzten Halbjahr 2011 insgesamt 800 Tonnen verflogen – als 50-​prozentige Beimi­schung in einer Turbine eines Airbus A321 (mehr dazu im Brenn­stoff­spiegel 1/​2013).

In der Seefahrt fahren weltweit schon einige Schiffe und Fähren mit Biodiesel, so in Dänemark und den USA. Bekannt sind auch die Pläne der US-​Navy, sowohl Schiffe als auch Hubschrauber und Flugzeuge unab­hängig von Rohöl­im­porten zumachen und diese komplett mit einem Biodiesel zu betreiben, der aus einem Kreuz­blütler herge­stellt wird. Das Projekt hat den sinnigen Namen „Great Green Fleet“.


Gekürzt. Geschrieben für Brenn­stoff­spiegel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 02/​2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier. 

Über Bioen­ergie und Gentechnik schreibt Energieblogger-​Kollege Kilian Rüfer hier auf seinem Blog Sustaninment.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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