Ab Dezem­ber: Aus­schrei­bun­gen für KWK von 1 bis 50 MW

Blockheizkraftwerk für ein Wärmenetz. Foto: E.ON
Blockheizkraftwerke von 1 bis 50 MW müssen in Zukunft an Ausschreibungen teilnehmen, wenn sie gefördert werden wollen. Foto: E.ON

Betrei­ber von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) mit einer Leis­tung zwi­schen einem und 50 Mega­watt müssen in Zukunft an einer Aus­schrei­bung teil­neh­men, wenn für diese Anlagen eine För­de­rung gezahlt werden soll.

Ein­zel­hei­ten regelt die von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­legte »Ver­ord­nung zu Aus­schrei­bun­gen für KWK-Anlagen und inno­va­tive KWK-Systeme, zu den gemein­sa­men Aus­schrei­bun­gen für Wind­ener­gie­an­la­gen an Land und Solar­an­la­gen sowie zur Ände­rung wei­te­rer Vor­schrif­ten«.

Damit wird die Höhe der finan­zi­el­len För­de­rung von KWK-Anlagen nicht mehr gesetz­lich fest­ge­legt, sondern in Aus­schrei­bun­gen ermit­telt. Das Aus­schrei­bungs­sys­tem soll am 1. Dezem­ber 2017 begin­nen.

Die Regie­rung würdigt das Aus­schrei­bungs­mo­dell wegen seiner sehr hohen Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit, während die gesetz­li­che Fest­le­gung der För­der­höhe Inef­fi­zi­en­zen mit sich bringen könne.

Inno­va­tive KWK bevor­zugt

Für beson­ders inno­va­tive KWK-Anlagen zwi­schen einem und zehn Mega­watt soll eine eigene För­der­ka­te­go­rie eben­falls auf Basis von Aus­schrei­bun­gen gebil­det werden. Als beson­ders inno­va­tiv gelten KWK-Systeme, die zusätz­lich zur Strom- und Wär­me­er­zeu­gung auch erneu­er­bare Wärme bereit­stel­len. Die Aus­schrei­bun­gen für inno­va­tive Systeme haben Pilot­cha­rak­ter.

Die Aus­schrei­bun­gen für KWK-Anlagen begin­nen in diesem Jahr mit einem Volumen von 100 Mega­watt. Ab 2018 steigt das Volumen auf 200 Mega­watt pro Jahr, wovon erst­mals 50 Mega­watt für inno­va­tive KWK-Anlagen zur Ver­fü­gung stehen. Der Anteil der inno­va­ti­ven Anlagen wird in den Fol­ge­jah­ren schritt­weise erhöht. 2021 sollen nach Angaben der Regie­rung Aus­schrei­bun­gen für 135 Mega­watt auf KWK-Anlagen und 65 Mega­watt auf inno­va­tive KWK-Anlagen ent­fal­len.

Um die Abgabe zu hoher Gebote ange­sichts des zu erwar­ten­den nied­ri­gen Wett­be­werbs zu ver­hin­dern, werden Höchst­werte für die Aus­schrei­bung ein­ge­führt. So wird der Höchst­wert für KWK-Anlagen auf sieben Cent und für inno­va­tive KWK-Anlagen auf zwölf Cent pro Kilo­watt­stunde fest­ge­legt. Höhere Gebote werden von der Aus­schrei­bung aus­ge­schlos­sen.

Gemein­sam mit Wind und Solar

Außer­dem werden mit der Ver­ord­nung in begrenz­tem Umfang gemein­same Aus­schrei­bun­gen von Wind­ener­gie­an­la­gen an Land und von Solar­an­la­gen mit einem Volumen von 400 Mega­watt pro Jahr ermög­licht. Ziel ist es laut Bun­des­re­gie­rung, »Funk­ti­ons­weise und Wir­kun­gen von ener­gie­trä­ger­über­grei­fen­den Aus­schrei­bun­gen zu erpro­ben und die Ergeb­nisse zu eva­lu­ie­ren«. Diese Aus­schrei­bun­gen sollen Pilot­cha­rak­ter haben und von der Bun­des­netz­agen­tur zwi­schen 2018 und 2020 durch­ge­führt werden.

In Gebie­ten, in denen zusätz­li­che Erneuerbare-Energien-Anlagen einen wei­te­ren Netz­aus­bau­be­darf mit sich bringen würden, werden die Gebote mit einem Auf­schlag belegt. Nach Angaben der Regie­rung ver­rin­gern sich damit die Zuschlags­chan­cen solcher Anlagen. Weitere Rege­lun­gen sollen ver­hin­dern, dass Wind­ener­gie­an­la­gen über­höhte Ren­di­ten erwirt­schaf­ten, wenn die Aus­schrei­bun­gen ohne »Refe­renz­ertrags­mo­dell« statt­fin­den.

Sicher­hei­ten gefragt

Für Anlagen, die einen Zuschlag erhal­ten haben, müssen die Bieter finan­zi­elle Sicher­hei­ten hin­ter­le­gen. Damit soll sicher­ge­stellt werden, dass die Anlagen auch tat­säch­lich errich­tet werden. Werden die Anlagen nicht inner­halb von 48 Monaten nach Zuschlags­er­tei­lung errich­tet, wird eine Straf­zah­lung (Pönale) fällig. »Je höher die Pönale bei ansons­ten wenig stren­gen Teil­nah­me­vor­aus­set­zun­gen ist, desto höher ist in der Regel die Wahr­schein­lich­keit, dass die Gebote in kon­krete Pro­jekte umge­setzt werden«, erwar­tet die Bun­des­re­gie­rung.


Die sozia­len Folgen des Koh­le­aus­stiegs, in des­sen Zuge auch etli­che KWK-Kraftwerke still­ge­legt wer­den, beschäf­tigt Energieblogger-Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.