Reform der KWK‐Förderung findet mehr Zustim­mung

Befrug die KWK-Experten: der Ausschuss des Deutschen Bundestages für Wirtschaft und Energie. Foto: Deutscher Bundestag / Achim Melde
Befrug die KWK-Experten: der Ausschuss des Deutschen Bundestages für Wirtschaft und Energie. Foto: Deutscher Bundestag / Achim Melde

Die von der Bun­des­re­gie­rung ange­sto­ßene Neu­jus­tie­rung bei der För­de­rung von Anlagen der Kraft‐Wärme‐Kopplung (KWK) hat die gene­relle Zustim­mung von Exper­ten gefun­den — bei aller­dings deut­li­cher Kritik an Teilen des beab­sich­tig­ten Maß­nah­men­pa­kets. Dies zeigte die Anhö­rung von Sach­ver­stän­di­gen im Aus­schuss für Wirt­schaft und Energie.

Kern­punkt ist die ver­pflich­tende Teil­nahme an einer Aus­schrei­bung für Anlagen zwi­schen einem und 50 Mega­watt, wenn För­der­gel­der fließen sollen. Damit soll die gesetz­li­che Fest­le­gung des För­der­um­fangs abge­löst werden. Ein­zel­hei­ten regelt die von der Bun­des­re­gie­rung vor­ge­legte »Ver­ord­nung zu Aus­schrei­bun­gen für KWK‐Anlagen und inno­va­tive KWK‐Systeme, zu den gemein­sa­men Aus­schrei­bun­gen für Wind­ener­gie­an­la­gen an Land und Solar­an­la­gen sowie zur Ände­rung wei­te­rer Vor­schrif­ten«.

Zu hohe Sicher­heits­leis­tun­gen

Der Deut­sche Industrie‐ und Han­dels­kam­mer­tag (DIHK) hob auf die beab­sich­tigte Sicher­heits­leis­tung ab, mit der das Aus­fall­ri­siko abge­deckt werden soll. Sie werde mit 100 Euro pro Kilo­watt »deut­lich zu hoch ange­setzt«, zumal »man nicht weiß, ob man den Zuschlag bekommt«. Das Aus­fall­ri­siko sei für solche Anlagen ohnehin »gering«.

Der Verband kom­mu­na­ler Unter­neh­men (VKU) begrüßte die vor­ge­se­he­nen Rege­lun­gen für Aus­schrei­bun­gen »in großen Teilen«. Aller­dings sei »mit Blick auf den Kli­ma­schutz und Ener­gie­sys­tem« nun mal »nicht nach­voll­zieh­bar«, dass elek­tri­sche Wär­me­pum­pen bevor­zugt werden sollen. Sie ent­fal­te­ten ihr Kli­ma­schutz­po­ten­zial nur, wenn sie mit erneu­er­ba­rem Strom gespeist würden. Doch der Bedarf an Wärme falle »meist nicht mit den Zeiten hoher erneu­er­ba­rer Strom­erzeu­gung zusam­men«.

Volleinspeisungs‐Pflicht abge­lehnt

Der Bun­des­ver­band Erneu­er­bare Ener­gien (BEE) machte geltend, KWK‐Anlagen könnten »nur dann eine Rolle im zukünf­ti­gen Ener­gie­ver­sor­gungs­sys­tem über­neh­men, wenn sie ihre Strom­erzeu­gung an die fluk­tu­ie­rende Strom­erzeu­gung aus Wind‐ und Son­nen­en­er­gie anpas­sen«. Die Pflicht zur Voll­ein­spei­sung des erzeug­ten KWK‐Stroms lehnte er ab.


Die sozia­len Folgen des Koh­le­aus­stiegs, in des­sen Zuge auch etli­che KWK‐Kraftwerke still­ge­legt wer­den, beschäf­tigt Energieblogger‐Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog Strom­aus­kunft.