Die Stromverbraucher können zu Teilen tatsächlich der eigeen PV-Stromproduktionfolgen – dank Steuerung und Speicher. Foto: innogy

Intel­li­gente Steuerung: Eigen­ver­brauch bis 80 % möglich

von | 12. Juni 2017

Interview mit Andreas Habermehl, Refe­rats­leiter Inno­vation und Normung, WFE Wirt­schafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft der Elek­tro­hand­werke mbH

IKZ-​HAUSTECHNIK: Inwieweit kann eine intel­li­gente Steuerung und Messung helfen, Strom optimal zu verbrauchen?

Foto: Habermehl

Foto: Habermehl

Andreas Habermehl: Ein intel­li­gentes Ener­gie­ma­nagement ist eine wesent­liche Voraus­setzung, damit die selbst erzeugte Energie optimal im Gebäude genutzt werden kann. Größere Einspa­rungen sind vor allem möglich, wenn ein Strom­speicher zum Einsatz kommt.

IKZ-​HAUSTECHNIK:
Können Sie eine prozen­tuale Angabe über die Einspa­rungen machen gegenüber einer nicht gesteu­erten Tech­ni­schen Gebäudeausrüstung?

Andreas Habermehl: Bei Gebäuden mit PV-​Anlage ohne intel­li­gente Steuerung sind Einsparung oder Eigen­ver­brauchs­anteil von 10 bis 20 Prozent möglich. Mit einer intel­li­genten Steuerung wächst der Anteil auf bis zu 30 Prozent. Mit Speicher sind zwischen 60 und 80 Prozent möglich.

IKZ-​HAUSTECHNIK: Welche grund­le­genden Unter­schiede gibt es zwischen einer intel­li­genten TGA-​Ausrüstung im Neubau und einer Nach­rüstung im Bestand?

Andreas Habermehl: Sowohl für den Neubau als auch für Nach­rüs­tungen gibt es passende Systeme. Prin­zi­piell ist die Ausstattung eines Neubaus mit TGA mit weniger Aufwand verbunden als eine Nach­rüstung im Bestand. …

IKZ-​HAUSTECHNIK: Also kann man im Prinzip jede Haus­technik einbinden?

Andreas Habermehl: Ja, sofern die rele­vanten Kompo­nenten ausge­tauscht oder einge­setzt werden. Wichtig dabei ist, dass die Systeme über geeignete Schnitt­stellen verfügen, die eine Kommu­ni­kation mit einem Ener­gie­ma­nage­ment­system ermög­lichen. Für die richtige Para­me­trierung der Systeme sind die Fach­be­triebe der elek­tro­tech­ni­schen Handwerke der erste Ansprechpartner.

IKZ-​HAUSTECHNIK: Welche Standards und Systeme wären empfehlenswert?

Andreas Habermehl: Für den Neubau empfehlen wir eine KNX-​basierte Lösung. KNX ist seit über 20 Jahren bewährt und wird von mehr als 400 Herstellern weltweit unter­stützt. Rein herstel­ler­spe­zi­fische proprietäre Systeme bergen die Gefahr, dass der Support wegfällt und keine Erwei­te­rungen mehr möglich sind, wenn der Hersteller vom Markt verschwindet. …

IKZ-​HAUSTECHNIK: Könnte man so eine Kombi­nation von PV und Strom­ver­brau­chern, etwa eine Wärme­pumpe, dahin­gehend steuern, dass der Verbrauch der Erzeugung folgt und der Bedarf an E‑Speichern so gering wie möglich ist?

Andreas Habermehl: Dies setzt ein Ener­giemanagementsystem voraus, das in der Lage ist, mit einer intel­li­genten Wärme­pumpe sowie PV-​Anlage und Strom­speicher zu kommu­ni­zieren. Solche Systeme exis­tieren bereits und werden derzeit weiter­ent­wi­ckelt – unter anderem dahin­gehend, dass zum Beispiel über­schüs­siger Strom aus dem Netz des Ener­gieversorgers in Wärme gespei­chert wird. …


Gekürzt. Geschrieben für IKZ. Zum Abo geht es hier. Erschienen in 06/​2017. Der kom­plette Beitrag ist auch hier online zu lesen.

Energieblogger-​Kollege Robert Dölling hat sich mit die­ser Proble­matik eben­falls auf sei­nem­Blog energie​-experten​.org auseinandergesetzt.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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