Würde im Zuge der aktuellen EU-Diskussionen auch harsche Einbrüche hinnehmen müssen: die Bioethanol-Produktion. Foto: BDBe

Tradi­tio­nelle Biokraft­stoffe werden weiter gebraucht

von | 13. September 2018

Biokraft­stoffe der ersten Generation kamen noch nie aus der Diskussion heraus. Ihre Nach­hal­tigkeit galt und gilt als umstritten, ihr volks­wirt­schaft­licher Nutzen ebenso. 

Hinzu kommt die mangelnde Effizienz – auch aufgrund der höheren Preise land­wirt­schaft­licher Produkte bei der Herstellung, die sie gegenüber mine­ra­li­schen Produkten teurer machen. Die EU will zudem mit einer rigiden Regelung ihren Markt­anteil beschränken. Hat ihr letztes Stündlein geschlagen? Wohl kaum. …

Zunächst erst einmal – sehr ernüch­ternde – Zahlen: Der Etha­nol­anteil am Benzin­absatz geht weiter zurück. 2017 sank er auf 1,16 Millionen Tonnen. Die deutsche Bioetha­nol­in­dustrie war davon in diesem import­in­ten­siven Markt noch stärker betroffen. Ihre Produktion sank auf 0,67 Millionen Tonnen. Das waren 8,8 Prozent weniger als 2016.

Beim Biodiesel sieht es absatz­tech­nisch etwas besser aus. Der blieb 2017 mit 2,0 Millionen Tonnen nahezu stabil. Aller­dings leidet die heimische Biodie­sel­in­dustrie unter staatlich gestützten Importen aus Argen­tinien und Indo­nesien. Das lässt die Preise unter ein für euro­päische Produ­zenten verträg­liches Maß fallen. Allein von September 2017 bis Februar 2018 sanken sie um 12,3 Prozent. Diese Importe werden vermutlich mit Straf­zöllen belegt …

Ein Problem wäre also, wenn auch zeit­ver­setzt, gelöst. Ein anderes jedoch nicht. Nach der neuen Renewable Energy Directive II (RED II) der EU stehen diese Biokraft­stoffe, die bisher der einzig nennens­werte Beitrag des Verkehrs­sektors zur Ener­gie­wende sind, vor großen Umbrüchen. Die EU will ab 2020 soge­nannte fort­schritt­liche Biokraft­stoffe fördern und E‑Mobilität deutlich besserstellen. …

Dabei ist noch keineswegs klar, wie hoch das Ziel für erneu­erbare Energien im Verkehr ausfallen soll. Derzeit kursieren drei Versionen, je eine von der EU-​Kommission, vom EU-​Parlament und vom EU-​Rat. Die Kommission bevorzugt dabei die radi­kalste Lösung: Sie will in Zukunft keinerlei konven­tio­nelle Biokraft­stoffe. Das Parlament will diese auf maximal zwei Prozent beschränken, was einer Halbierung des Markt­an­teils entspräche, und der Rat auf 1,1 Prozent. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 09/​2018 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Wie die Wär­me­wende den Fach­kräf­te­man­gel befeu­ert, zeigt Energieblogger-​Kollege Björn Katz hier auf seinem Blog Strom­aus­kunft.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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