Ist die Ener­gie­wende umsetzbar?

Wenn 2038 die letzten Kohlekraftwerke, hier Lippendorf bei Leipzig, vom Netz gehen, muss die Grundlast mit Speichern sichergestellt werden. Doch diese stehen bislang nicht zur Verfügung. Foto: Frank Urbansky

Schon seit einigen Jahren sind erneu­er­ba­ren Ener­gien ein Thema in Medien, Gesell­schaft und Politik.  Immer wieder wird beschwo­ren, dass die Trend­wende zur alter­na­ti­ven Ener­gie­ver­sor­gung vor­an­ge­trie­ben und umge­setzt werden muss. Und tat­säch­lich gibt es natio­nal und inter­na­tio­nal mitt­ler­weile eine ganze Reihe an Fort­schrit­ten. Doch je weiter die Ener­gie­wende vor­an­schrei­tet, umso stärker mehren sich die Stimmen die darauf hin­wei­sen das eine totale Wende, so wie sie die Politik immer mehr vor­an­treibt, derzeit nicht kom­plett umsetz­bar ist. Bleibt der Wechsel hin zur kom­plet­ten Ver­sor­gung durch alter­na­tive Ener­gien also letzt­end­lich nur ein hehres Ziel?

Ehr­gei­zige Ziele der Bundesregierung

Dass die Regie­rung in Deutsch­land schon seit län­ge­rem die Ener­gie­wende mit Nach­druck vor­an­treibt ist unbe­strit­ten. Schon vor etli­chen Jahren hat die Bun­des­re­pu­blik nicht nur den Aus­stieg aus der Stein­kohle, sondern nach der Kata­stro­phe von Fuku­shima auch aus der Atom­ener­gie beschlos­sen.  Diese ohnehin schon sehr ambi­tio­nier­ten Pläne sind aber nur ein Teil der lang­fris­ti­gen Ziele des deut­schen Staates. Kli­ma­neu­tra­li­tät ist mitt­ler­weile eine der großen Stich­wör­ter die – ebenso wie Elek­tro­mo­bi­li­tät – zu den neuen Schlag­wör­tern bei vielen Staaten inner­halb Europas gehören. Auch hier ver­sucht die Bun­des­re­gie­rung sich als Vor­rei­ter zu prä­sen­tie­ren und hat dazu ein umfang­rei­ches Maß­nah­men­pa­ket in Gang gesetzt.

Alle Berei­che von Wirt­schaft und Gesell­schaft betroffen

Das mit der Umset­zung der ehr­gei­zi­gen Ziele der Bun­des­re­gie­rung erheb­li­che Ver­än­de­run­gen auf die Wirt­schaft zukom­men würden war schon seit län­ge­rem bekannt. Betrof­fen sind von diesen Umwäl­zun­gen – die von vielen auf eine Stufe mit der indus­tri­el­len Revo­lu­tion gestellt werden – aus­nahms­los alle Berei­che – ange­fan­gen von der Ener­gie­wirt­schaft über Trans­port ‑und Verkehr bis hin zum pro­du­zie­ren­den Gewerbe. Und auch die Unter­neh­men, die augen­schein­lich nicht direkt betrof­fen sind werden trotz­dem die Aus­wir­kun­gen der neuen kli­ma­po­li­ti­schen Ziele der Bun­des­re­gie­rung zu spüren bekom­men. Unter­neh­men müssen zusätz­li­che Filter ein­bauen, höhere Strom- und Brenn­stoff­kos­ten werden Pro­dukte und Dienst­leis­tun­gen teurer machen und sogar Casino Spiele im Inter­net werden unter Umstän­den im Preis steigen.

Dadurch das in Berei­chen wie Strom und Trans­port die Kosten steigen, werden die Folgen wohl auch für die Gesell­schaft ins­ge­samt deut­lich spürbar werden. Elek­tro­au­tos werden in einigen Jahr­zehn­ten die Straßen befah­ren. Lade­säu­len für Elek­tro­au­tos und E‑bikes werden wohl zum stan­dard­mä­ßi­gen All­tags­bild gehören, ebenso wie Wind­rä­der und Solaranlagen.

Zweifel an der Realisierbarkeit

Ob die Ziele der Bun­des­re­pu­blik so – in dem von ihr geplan­ten Umfang – aber über­haupt umsetz­bar sind wird von vielen Ver­bän­den und Insti­tu­tio­nen stark ange­zwei­felt. Haupt­kri­tik­punkt ist dabei die Tat­sa­che, dass durch die Abschal­tung von Kohle- und Atom­kraft­wer­ken eine große Menge an Strom­erzeu­gern weg­fal­len. Aktuell besteht die Mög­lich­keit die feh­len­den Strom­men­gen ver­hält­nis­mä­ßig günstig aus dem Ausland zu bezie­hen. Diese Kapa­zi­tä­ten werden aber wohl in naher Zukunft weg­fal­len, wenn auch die anderen Länder ver­mehrt auf Elek­tro­mo­bi­li­tät und Alter­na­tiv­strom setzen. Dann wird es umso mehr not­wen­dig, dass Wind­rä­der, Bio­masse und Solar­an­la­gen den drin­gend benö­tig­ten Strom liefern. Viele Exper­ten sehen das aller­dings kri­tisch, da ver­schie­de­nen Unter­su­chun­gen ergeben haben, dass wahr­schein­lich nicht mehr wie 40 bis 60 % des dann benö­tig­ten Stromes zur Ver­fü­gung stehen kann. Ob feh­len­der Strom dann auch über größere Distan­zen und mittels Spei­chern auf­be­wahrt werden kann, ist eben­falls frag­lich, was für viele Fach­leute die Ver­wen­dung von Was­ser­stoff weitaus stärker in den Vor­der­grund rücken lässt.

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