Netzausbau stößt teils auf „Totalablehnung“

Verlegung einer 110-kV-Erdkabels in Baden-Württemberg. Foto Nico Pudimat / Wikimedia
Verlegung einer 110-kV-Erdkabels in Baden-Württemberg. Foto Nico Pudimat / Wikimedia

Bei der gestrigen Anhörung des Bundestagsausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit wurde nochmals die Wichtigkeit des Trassenausbaus betont. Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (BnetzA)  merkte dabei jedoch, dass konkrete Ausbauvorhaben umstritten seien.

In manchen Regionen sei eine „Totalablehnung“ zu verzeichnen. Diese Konflikte beruhten meist nicht auf der Abwägung verschiedener Naturschutzgüter, sondern auf der Abwägung zwischen Mensch und Natur. Als Beispiel brachte Homann eine Trasse, die aus Gründen des Naturschutzes näher an eine Siedlung verlegt werde.

Der Vorrang der Erdverkabelung könne die Situation beruhigen. Allerdings kommt diese nur schleppend voran. Es sei aber auch wichtig, zu kommunizieren, dass der Erdverkabelungsvorrang nur für die Gleichstromkabel gelte, sagte der Netzagentur-Präsident. Eine mögliche Neufassung der Bundeskompensationsverordnung sei in Hinblick auf Entschädigungsfragen bei Land- und Forstwirtschaft zu begrüßen.

Homann kündigte zudem an, dass künftig Tennet für den Ausbau der Süd-Ost-Gleichstromtrasse verantwortlich sein soll. Der bisherige Betreiber Amprion soll im Gegenzug Zuständigkeiten im Bereich des Nord-Teils des A-Korridors bekommen. Der Wechsel habe verschiedene Vorteile. Unter andere könne die Akzeptanz vor allem in Bayern gesteigert werden.