Zu teuer und unge­liebt: Biodiesel-Absatz bricht ein

Foto: Mejidori / Wikimedia Biokraftstoff, Biodiesel, Bioethanol, HVO,
Foto: Mejidori / Wikimedia

Aktuell beklagt Verband der Deut­schen Bio­kraft­stoff­in­dus­trie (VDB) einen Rück­gang des Biodiesel-Absatzes gegen­über 2010 um 21 %. Das ist natür­lich eine Haus­ord­nung, zumal gleich­zei­tig der Die­sel­ab­satz um 12 % zunahm. Doch wirk­lich über­rascht kann über diese Ent­wick­lung niemand sein. Der Absatz geht seit Jahren kon­ti­nu­ier­lich zurück.

Grafik: VDB
Grafik: VDB

Zwar gibt es in Deutsch­land eine vor­ge­schrie­bene Bei­mi­schungs­quote von bis zu 7 % zum Petro-Diesel. Doch die muss nicht in jedem Falle erreicht werden. Zudem: Seit 2011 wird Bio­die­sel, der aus Alt­fet­ten und ‑ölen her­ge­stellt wird, doppelt ange­rech­net, da er keine extra dafür ange­bau­ten Ener­gie­pflan­zen nutzt – ein Tribut an die Tank-Teller-Diskussion.

Doch auch gene­rell ist der Bio­die­sel wie andere Kraft­stoffe auf nach­wach­sen­der Basis bei der Politik nicht mehr allzu beliebt. Neben der wäh­ler­wirk­sa­men Tank-Teller-Diskussion ist da noch das Phä­no­men der indi­rek­ten Lan­dinan­spruch­nahme (iLuc). Das stellt für Bio­die­sel ange­bau­ten Pflan­zen wie Raps oder Soja ein eher schlech­tes Zeugnis in Sachen Nach­hal­tig­keit aus.

Und dann wäre ja noch das wich­tigste Argu­ment für den Rück­gang. Da wir nun mal in kapi­ta­lis­ti­schen Zeiten leben, dreht sich alles um den Preis. Und der ist für Diesel bio­ge­ner Art durch­gän­gig höher als der für mine­ra­lisch erzeug­ten. Aktuell liegt der Preis inkl. Energie- aber ohne Mehr­wert­steuer für die Bio­va­ri­ante bei 1,22 Euro je Liter. Ein Blick an die Tank­stelle reicht um zu sehen, dass dies deut­lich teurer ist als her­kömm­li­cher Diesel. Kein Wunder, liegen doch die Pro­duk­ti­ons­kos­ten etwa doppelt so hoch.

Emis­sio­nen im Verkehr wachsen

Kein Wunder auch, dass die Branche nach wei­te­ren Hil­fe­stel­lun­gen seitens der Politik ruft. Dabei hat sie sogar recht, denn  der Treib­haus­gas­aus­stoß im Ver­kehrs­sek­tor ist in den ver­gan­ge­nen Jahren, anders als im Strom- und Wär­me­be­reich, gewach­sen. Und dieser sollte ja mal mittels Bio-Kraftstoffen eigent­lich redu­ziert werden.

Doch Hilfe wird es nicht geben. Denn, wie der Verband schon richtig bemerkte, kommen Bio­kraft­stoffe in dem eben­falls in der ver­gan­ge­nen Woche ver­öf­fent­lich­ten „Kli­ma­schutz­be­richt 2015“ des Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­ums prak­tisch nicht mehr vor.

Vor­schau­bild: Meji­dori / Wiki­me­dia

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