Preetz: Klein­stadt will 70 % Öko‐Nahwärme

Solarkollektorfeld. Foto: Dronninglund Fjernwarme
Große Solarkollektorfelder wie hier in Dänemark sind das Vorbild für Preetz. Foto: Dronninglund Fjernwarme

Erneu­er­bare Wärme soll 3.100 Ein­woh­ner in der süd­öst­lich von Kiel gele­ge­nen Klein­stadt Preetz in Zukunft ver­sor­gen.

Das berich­tet Ralf Radloff, inzwi­schen pen­sio­nier­ter Wärmemarkt‐Experte des Minis­te­rium für Ener­gie­wende, Land­wirt­schaft, Umwelt und länd­li­che Räume des Landes Schleswig‐Holstein und Her­aus­ge­ber des News­let­ters Wärmewende‐Info Nr 25. Der News­let­ter ist hier kom­plett her­un­ter­zu­la­den.

Genos­sen­schaft soll Träger sein

Träger wird eine Genos­sen­schaft sein, die dem­nächst gegrün­det werden soll. Das Inves­ti­ti­ons­vo­lu­men liegt  bei rund 10 Mil­lio­nen Euro.  Instal­liert werden dazu 6.300 m2 Solar­ther­mie. Die tat­säch­li­che Umset­zung des Pro­jek­tes hängt aber auch davon ab, ob die für die Solar­ther­mie vor­ge­se­hene Fläche aus dem Land­schafts­schutz ent­las­sen wird.

Genutzt wird zudem eine bestehende Bio­gas­an­lage, die bisher ohne Wär­me­nut­zung arbei­tete und die in der Nach­bar­ge­meinde Pohns­dorf steht.

Hack­schnit­zel domi­nie­ren

Nach den Ergeb­nis­sen der Mach­bar­keits­stu­die wäre eine genos­sen­schaft­li­che Lösung optimal, so Radloff. Ange­sichts der nied­ri­gen fos­si­len Ener­gie­preise wäre Hack­schnit­zel der domi­nie­rende Ener­gie­trä­ger, ein Solar­an­teil von knapp unter 20 % sei wirt­schaft­lich möglich. Der Wär­me­preis sei dann aber immer noch etwas zu hoch und würde bei etwa 8 Euro­cent je kWh liegen. Das ist zwar ver­gleich­bar mit durch­schnitt­li­chen Fern­rwär­me­prei­sen in Deutsch­land, nicht jedoch mit den der­zei­ti­gen Preisen für Öl oder Gas, die bei etwa 5 bis 6 Euro­cent je kWh liegen. Ein höherer Solar­an­teil mit Lang­zeit­wär­me­spei­cher würde dagegen die Finan­zie­rungs­kos­ten und damit den Wär­me­preis dras­tisch in die Höhe treiben.

Die im Vorfeld erstellte Mach­bar­keits­stu­die geht von fol­gen­den Prä­mis­sen aus:

  • Bis 2035 lässt sich bei einer Anschluss­quote von 70% etwa 67% des Wär­me­be­darfs der pri­va­ten Haus­halte in Preetz mit Nah­wärme decken.
  • Dabei wurden 7 Wär­me­quar­tiere mit beson­de­rer Eignung iden­ti­fi­ziert – über­wie­gend im Preet­zer Stadt­ge­biet Nah­wärme .
  • Die Ver­sor­gung ist ent­we­der über Areal‐BHKWs und viele klei­nere Nah­wär­me­netze oder über ein mehrere Quar­tiere ver­sor­gen­des Wär­me­netz möglich.
  • Im Nord­wes­ten eines Quar­tiers befin­det sich zudem eine Bio­gas­an­lage mit BHKW. Ein nicht unbe­trächt­li­cher Teil der BHKW‐Wärme steht noch für eine ther­mi­sche Nutzung zur Ver­fü­gung.

Über ein kaltes Wär­me­netz berich­ten die Energieblogger‐Kollegen von Ener­gie­zu­kunft hier.