Regie­rung glaubt nicht an Power to Gas

Windkraftanlage für Powwer-to-Gas bei-Prenzlau Molgreen / Wikimedia / unter Lizenz CC-BY-SA 4.0
Windkraftanlage für Powwer-to-Gas bei-Prenzlau Molgreen / Wikimedia / unter Lizenz CC-BY-SA 4.0

Power to Gas (PtG) wurde ja an dieser Stelle schon öfter kri­tisch beschrie­ben. Nun macht auch die Bun­des­re­gie­rung  aus ihrem Zweifel an der inef­fi­zi­en­ten und des­we­gen teuren Tech­no­lo­gie keinen Hehl. Im Gegen­teil.

Falls kein Strom aus erneu­er­ba­ren Quellen zur Anwen­dung käme, würden die THG‐Emissionen noch erhöht. Die Politik hatte schon bisher eher ableh­nend auf das Konzept reagiert.

EE‐Strom Grund­lage

In ihrer Antwort auf eine Anfrage der Grünen zur Zukunft der Gas­in­fra­struk­tur all­ge­mein  ant­wor­tet die Regie­rung, nach PtG gefragt, wie folgt:

Power to Gas hat das tech­ni­sche Poten­tial, in Zukunft eine Fle­xi­bi­li­täts­op­tion dar­zu­stel­len, muss sich aber im Wett­be­werb gegen derzeit deut­lich preis­wer­tere Optio­nen behaup­ten. Bei einem deut­lich höheren Anteil fluk­tu­ie­ren­der erneu­er­ba­rer Strom­erzeu­gung kann Power to Gas auch eine Option zur län­ger­fris­ti­gen Spei­che­rung von aus erneu­er­ba­rem Strom durch Elek­tro­lyse gewon­ne­nem Was­ser­stoff sein. Sofern für die Elek­tro­lyse Strom ein­ge­setzt wird, der nicht 100 Prozent aus den erneu­er­ba­ren Ener­gie­trä­gern Wind und Sonne stammt, trägt Power to Gas zu Treibhausgas‐Emissionen alle in dadurch bei, dass der erzeugte Strom nicht treib­haus­gas­neu­tral ist. Betrach­tet man jeden­falls den der­zei­ti­gen Wir­kungs­grad von Power‐to‐Gas‐Verfahren könnte der ver­stärkte Einsatz von Power to Gas zu höheren Treibhausgas‐Emissionen führen, weil nicht aus­rei­chend Strom aus erneu­er­ba­ren Ener­gien für die Elek­tro­lyse zur Ver­fü­gung stehen würde. …

Recht­lich sauber

Eine Beja­hung dieser Tech­no­lo­gie klingt anders. Immer­hin — rein recht­lich gibt es gegen PtG wenig ein­zu­wen­den. Der regu­la­to­ri­sche Rahmen des Ener­gie­wirt­schafts­ge­set­zes (EnWG), so die Regie­rung, lasse eine pri­vi­le­gierte Ein­spei­sung von via PtG erzeug­tem syn­the­ti­schen Methans in das Erd­gas­netz zu, wenn das Gas unter Einsatz von Strom erzeugt würde, der zu min­des­tens 80 Prozent aus erneu­er­ba­ren Ener­gien bestünde und, im Falle der Metha­ni­sie­rung, das CO bzw. CO2 eben­falls aus erneu­er­ba­ren Quellen wie Bio­gas­an­la­gen stammte.

Tech­nisch gesehen ist die Ein­spei­sung von syn­the­ti­schem Methan in die Gas­in­fra­struk­tur sowieso ohne jede Ein­schrän­kung möglich, da Methan auch der Haupt­be­stand­teil von fos­si­lem Erdgas ist. Eben­falls wäre eine Ein­spei­sung von 10 % reinem Was­ser­stoffs, der mit PtG erzeugt würde, möglich. Aus­nahme: Erd­gas­netze in der Nähe der rund 900 Erd­gas­tank­stel­len. Hier seien nur 2 % möglich.

Doch tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten hin oder her — eine Wirt­schaft­lich­keit von PtG zeich­net sich nicht ab. Des­we­gen werden dies­be­züg­li­che Dis­kus­sio­nen eher aka­de­mi­scher Natur bleiben.


Dass der umge­kehrte Weg, näm­lich aus Gas Strom zu machen, wie­der en vogue ist, beschreibt Energieblogger‐Kollege Björn Katz hier auf sei­nem Blog strom­aus­kunft.

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