In der Praxis schon erprobt: P2H-Haus in Berlin-Spandau. Foto: IWO

Schleswig-​Holstein: Power-​to-​Heat im Großfeldtest

von | 24. April 2017

Haus­be­sitzer kombi­nieren schon seit Jahren ihre Heizungen mit erneu­er­barer Wärme, meist Solar­thermie oder Biomasse wie Kaminholz oder Pellets. Doch auch Strom aus Wind und Photo­voltaik lässt sich in eine Heizung einkoppeln. 

Das tech­nische Prinzip ist denkbar einfach. Der Warm­was­ser­speicher, über den alle fossilen Heizungs­typen mit Ausnahme der Durch­lauf­er­hitzer verfügen, nimmt Ökostrom auf, der sonst abge­regelt werden müsste. Zwei Feldtests sollen klären, wie das in der Masse funk­tio­nieren kann.

Das Prinzip ist vom Tauch­sieder bekannt. Ange­wendet auf eine Heizung nennt sich das Prinzip Power to Heat (P2H). …

Schwierige Regel­en­ergie

Tatsächlich sind Einspa­rungen im Heiz­öl­ver­brauch möglich, aber auch Erlöse aus dem Regel­en­er­gie­markt, der zur Netz­sta­bi­li­sierung gedacht ist. Doch bei letzterem gibt es eine große Hürde. Und die liegt bei 5 MW. So groß ist im aktuellen Regel­markt die Minimum-​Leistung, die ein Teil­nehmer erbringen muss. Für Heizungen in Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­häusern ist dies illusorisch. …

Die Markt­spe­zia­listen von ARGE Netz koppeln schon heute mehrere Verbraucher oder Erzeuger in einem Erneu­er­baren Kraftwerk zusammen und schaffen so die 5‑MW-​Hürde.

Derzeit bündelt das in Berlin und im nord­frie­si­schen Breklum ansässige Unter­nehmen bereits 3.500 MW aus dezen­tralen, kleinen Erzeugern in einem Erneu­er­baren Kraftwerk. Aller­dings ist man in Bezug auf den Regel­en­er­gie­markt noch zurück­haltend „Alle wollen da rein, deswegen sinkt dort der Preis massiv“, so Björn Spiegel, Leiter Strategie und Politik bei der ARGE Netz. Das wiederum wäre für eine Rück­ver­gütung schlecht.

Hoffnung auf EEG und zuschaltbare Lasten

Ein weiterer Ansatz liegt im EEG 2017. Dort wird erstmals Erzeugern die Möglichkeit zur Vermarktung von regio­nalem Grünstrom im Umkreis von 50 Kilo­metern einge­räumt. Für den geplanten Feldtest ist dies wichtig, da die Haushalte den Ökostrom rech­ne­risch aus zwei jeweils 2,5 MW starken Onshore-​Windkrafträdern beziehen sollen. …

Erzeuger sowie Verbraucher können an den Ausschrei­bungen für zuschaltbare Lasten teil­nehmen. Die sind zwar bisher für große KWK-​Anlagen reser­viert. Doch ob die Grenze von 2.000 MW ausge­schöpft wird, ist fraglich. In der Vergan­genheit war bei den bishe­rigen Modellen die Nachfrage eher gering. …


Gekürzt. Geschrieben für Brenn­stoff­spiegel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 04/​2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Probeabo geht es hier.

Was beim Zapfen aus einem Warmwasserkombi-​Speicher pas­siert, beschrei­ben die Energieblogger-​Kollegen von Ecoquent Positions hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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