Schleswig-Holstein: Power-to-Heat im Groß­feld­test

In der Praxis schon erprobt: P2H-Haus in Berlin-Spandau. Foto: IWO
In der Praxis schon erprobt: P2H-Haus in Berlin-Spandau. Foto: IWO

Haus­be­sit­zer kom­bi­nie­ren schon seit Jahren ihre Hei­zun­gen mit erneu­er­ba­rer Wärme, meist Solar­ther­mie oder Bio­masse wie Kamin­holz oder Pellets. Doch auch Strom aus Wind und Pho­to­vol­taik lässt sich in eine Heizung ein­kop­peln.

Das tech­ni­sche Prinzip ist denkbar einfach. Der Warm­was­ser­spei­cher, über den alle fos­si­len Hei­zungs­ty­pen mit Aus­nahme der Durch­lauf­er­hit­zer ver­fü­gen, nimmt Öko­strom auf, der sonst abge­re­gelt werden müsste. Zwei Feld­tests sollen klären, wie das in der Masse funk­tio­nie­ren kann.

Das Prinzip ist vom Tauch­sie­der bekannt. Ange­wen­det auf eine Heizung nennt sich das Prinzip Power to Heat (P2H). …

Schwie­rige Regel­en­er­gie

Tat­säch­lich sind Ein­spa­run­gen im Heiz­öl­ver­brauch möglich, aber auch Erlöse aus dem Regel­en­er­gie­markt, der zur Netz­sta­bi­li­sie­rung gedacht ist. Doch bei letz­te­rem gibt es eine große Hürde. Und die liegt bei 5 MW. So groß ist im aktu­el­len Regel­markt die Minimum-Leistung, die ein Teil­neh­mer erbrin­gen muss. Für Hei­zun­gen in Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern ist dies illu­so­risch. …

Die Markt­spe­zia­lis­ten von ARGE Netz koppeln schon heute mehrere Ver­brau­cher oder Erzeu­ger in einem Erneu­er­ba­ren Kraft­werk zusam­men und schaf­fen so die 5-MW-Hürde.

Derzeit bündelt das in Berlin und im nord­frie­si­schen Breklum ansäs­sige Unter­neh­men bereits 3.500 MW aus dezen­tra­len, kleinen Erzeu­gern in einem Erneu­er­ba­ren Kraft­werk. Aller­dings ist man in Bezug auf den Regel­en­er­gie­markt noch zurück­hal­tend „Alle wollen da rein, des­we­gen sinkt dort der Preis massiv“, so Björn Spiegel, Leiter Stra­te­gie und Politik bei der ARGE Netz. Das wie­derum wäre für eine Rück­ver­gü­tung schlecht.

Hoff­nung auf EEG und zuschalt­bare Lasten

Ein wei­te­rer Ansatz liegt im EEG 2017. Dort wird erst­mals Erzeu­gern die Mög­lich­keit zur Ver­mark­tung von regio­na­lem Grün­strom im Umkreis von 50 Kilo­me­tern ein­ge­räumt. Für den geplan­ten Feld­test ist dies wichtig, da die Haus­halte den Öko­strom rech­ne­risch aus zwei jeweils 2,5 MW starken Onshore-Windkrafträdern bezie­hen sollen. …

Erzeu­ger sowie Ver­brau­cher können an den Aus­schrei­bun­gen für zuschalt­bare Lasten teil­neh­men. Die sind zwar bisher für große KWK-Anlagen reser­viert. Doch ob die Grenze von 2.000 MW aus­ge­schöpft wird, ist frag­lich. In der Ver­gan­gen­heit war bei den bis­he­ri­gen Model­len die Nach­frage eher gering. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 04/2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Was beim Zapfen aus einem Warmwasserkombi-Speicher pas­siert, beschrei­ben die Energieblogger-Kollegen von Eco­quent Posi­ti­ons hier.