Wärmeerzeuger 2015: Fossile wieder auf Vormarsch

Freut sich über ein Absatzplus von 4 %: Die Heizgeräteindustrie. Foto: BDH
Freut sich über ein Absatzplus von 4 %: Die Heizgeräteindustrie. Foto: BDH

In unserem gest­rigen Interview ging es um den neuen Stellenwert des Wärmemarktes bei der Politik. Bisher sträf­lich ver­nach­läs­sigt weil poli­tisch auch kaum zu regu­lieren (immerhin gibt es hier­zu­lande rund 20 Millionen Wärmeerzeuger allein in pri­vaten Haushalten), gibt es nun erste Anzeigen, die hoff­nungs­voller stimmen.

Die erste Schätzung des Branchenverbandes BDH (die tat­säch­li­chen Zahlen werden erst im Februar 2016 vor­liegen) geht von 707.500 neu abge­setzten Wärmeerzeugern aus – 4 % mehr als im letzten Jahr. Die Entwicklung jedoch betrifft nicht alle Technologien glei­cher­maßen. Hier die Übersicht:

Technologie Veränderung
in %
Absatz in Stck
(wenn nicht anders ange­geben)
Gesamtmarkt  Wärmeerzeuger (ohne KWK) +4 707.500
Wärmeerzeuger (Gas/Öl) +5 621.000
Gas-Brennwerttechnik +4 429.000
Gas-NT-Technik +4 111.500
Öl-Brennwerttechnik +30 60.500
Öl-NT-Technik -6 20.000
Festbrennstoffkessel -15 30.500
Scheitholz -10 14.000
Pellets -15 13.000
Hackschnitzel -31 3.500
Wärmepumpe (Heizung) – 3 56.000
Luft-Wasser +1 39.500
Sole-Wasser -13 11.500
Wasser-Wasser und sons­tige  -7 5.000
Thermische Solaranlagen -13 780.500 m2
Speicher +3 532.500
KWK (bis 50 kWel) -40 4.000

Auffällig ist dabei die Zunahme bei den fos­silen Heizkesseln, ins­be­son­dere Öl-Brennwert, und der starke Rückgang bei Erneuerbaren wie den Biomassekesseln, einigen Arten der Wärmepumpe und der Solarthermie. Laut Frederic Leers steht dahinter vor allem der lange Sanierungsstau,der sich langsam auf­löse. Zudem hätten die nied­rigen Ölpreise ein übriges getan. Auch auf­fällig: der starke Rpückgang der KWK. Der ist jedoch kaum ver­wun­der­lich, war die Branche ob des hän­genden KWK-Gesetzes, das erst für 2016 gilt, stark ver­un­si­chert.