5. PV‐Ausschreibung: Wieder nix für Energie‐Genossen

Der Solarpark Leibertingen der EnBW. Foto: EnBW / Uli Deck Bürgerenergie, Energiegenossenschaft, Ausschreibung, EEG
Die Energiewirtschaft hat bei den PV-Ausschreibungen die Nase vorn. Foto: EnBW / Uli Deck

Auch bei der 5. Aus­schrei­bungs­runde für PV‐Anlagen kam keine Genos­sen­schaft oder ein anderer Akteur der Ener­gie­wende in Bür­ger­hand zum Zuge. Zwar war unter den 62 Bietern auch eine juris­ti­sche Person dabei , die diesem Spek­trum zuzu­rech­nen ist. Einen Zuschlag bekam sie nicht.

Die Zuschläge gingen aus­schließ­lich an GmbHs und AGs bzw. deren EU‐Pendant SE. Damit ver­fes­tigt sich der Trend, dass das Aus­schrei­bungs­mo­dell für die bür­ger­na­hen Akteure nicht funk­tio­niert. Zu groß die Risiken, zu immens die Vor­leis­tun­gen und der büro­kra­ti­sche Aufwand, auch wenn dies im neuen EEG‐Entwurf, der ab kom­men­den Jahr gilt, angeb­lich abge­mil­dert werden soll.

Zu den Ergeb­nis­sen (hier bei der BNetzA en detail nach­zu­le­sen):

Quelle: BNetzA Gebote 5- PV Ausschreibung
Quelle: BNetzA

Ins­ge­samt wurden 125 MW aus­ge­schrie­ben. Dafür wurden 62 Gebote mit einem Volumen von 311 MW abge­ge­ben. Von den ein­ge­reich­ten Geboten mussten 9 Gebote mit einem Volumen von 46 MW aus­ge­schlos­sen werden. Die Gebots­werte reich­ten von 6,8 ct/kWh bis 10,98 ct/kWh. Der men­gen­ge­wich­tete durch­schnitt­li­che Gebots­wert über alle Gebote der fünften Aus­schrei­bungs­runde beträgt 7,84 ct/kWh. Das kleinste Gebot hatte einen Gebots­um­fang von 250 kW, während die größten Gebote das maximal zuläs­sige Gebots­vo­lu­men von 10 MW voll aus­schöpf­ten.

För­de­rung von 7,23 Cent je kWh

Quelle: BNetzA Zuschläge 5- PV Ausschreibung
Quelle: BNetzA

Es wurden 25 Gebote mit einem Volumen von 130,285 MW bezu­schlagt. Eine Über­sicht aller Bieter findet sich hier. Die För­der­höhe liegt erneut deut­lich unter dem zuläs­si­gen Höchst­wert der Aus­schrei­bung, der in dieser Runde erneut 11,09 ct/kWh betrug. Im men­gen­ge­wich­te­ten Durch­schnitt beträgt der Zuschlags­wert der Gebote 7,23 ct/kWh. Er liegt leicht unter­halb des in der vor­an­ge­gan­ge­nen Aus­schrei­bungs­runde erziel­ten durch­schnitt­li­chen Zuschlags­wert von 7,41 ct/kWh.

Der Groß­teil wurde Geboten erteilt, die auf Kon­ver­si­ons­flä­chen errich­tet werden sollen. Auf diese Flächen ent­fal­len 15 von 25 Zuschlä­gen mit einem Gebots­vo­lu­men von ins­ge­samt 75 MW. Knapp 48 MW ent­fal­len auf Sei­ten­rand­strei­fen entlang von Auto­bah­nen und Schie­nen­we­gen. In dieser Gebots­runde wurde erst­mals ein Gebot bezu­schlagt, das sich auf eine Fläche bezieht, die im Eigen­tum des Bundes oder der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) stehen oder standen.

Im Dezem­ber geht’s weiter

Der nächste Gebots­ter­min ist der 1. Dezem­ber 2016. Dann werden 150 MW aus­ge­schrie­ben. Zur Preis­bil­dung wird erneut das „Pay-as-bid“-Verfahren genutzt. Es werden erneut keine Gebote für Frei­flä­chen­an­la­gen auf Acker­land in benach­tei­lig­ten Gebie­ten ein­ge­reicht werden können, da bereits die für dieses Jahr maximal zu bezu­schla­gen­den zehn Gebote für diesen Flä­chen­ty­pen aus­ge­schöpft sind.


Durch das neue EEG wird die Indus­trie weiter begüns­tigt und die Energie in Bür­ger­hand weiter behin­dert. Für letz­tere such Energieblogger‐Kollege Kilian Rüfer hier Koope­ra­ti­ons­part­ner.