Bedarf an Bio­kraft­stof­fen geht leicht zurück

Foto: Mejidori / Wikimedia Biokraftstoff, Biodiesel, Bioethanol, HVO,
Foto: Mejidori / Wikimedia

Der Anteil von Bio­kraft­stof­fen am gesam­ten Kraft­stoff­be­darf ist leicht rück­läu­fig. Wie die Bun­des­re­gie­rung mit­teilt, konnten 2015 5,2 Prozent des Kraft­stoff­be­darfs durch Bio­kraft­stoffe abge­deckt werden. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil bei 5,4 Prozent gelegen.

Absatz leicht gesun­ken

Abge­setzt wurden 2015:

  • Bio­die­sel: 2 Mil­lio­nen Tonnen Bio­die­sel (2014: 1,97 Mil­lio­nen Tonnen)
  • Bio­etha­nol: 1,2 Mil­lio­nen Tonnen (2014: 1,23 Mil­lio­nen Tonnen)
  • Hydrier­tes Pflan­zenöl (HVO): 0,17 Mil­lio­nen Tonnen (2014: 0,34 Mil­lio­nen Tonnen)

Alle vor­ge­nann­ten Bio­kraft­stoffe konnten 2015 rund 5,2 (2014: 5,4) ener­ge­ti­sche Prozent des Kraft­stoff­be­darfs abde­cken.

Bio­kraft­stoff­quote bei 6,25 %

Mit der Bio­kraft­stoff­quote wurde die Mine­ral­öl­wirt­schaft ver­pflich­tet, einen Min­dest­an­teil an Bio­kraft­stof­fen in den Verkehr zu bringen. Die Quote konnte dabei sowohl durch Bei­mi­schung von Bio­kraft­stoff zu fos­si­lem Kraft­stoff als auch durch Bio­rein­kraft­stoffe erfüllt werden. Zuläs­sig war auch eine ver­trag­li­che Über­tra­gung der Quo­ten­pflicht auf Dritte (sog. Quo­ten­han­del). Die Gesamt­quote lag in den Jahren 2010 bis 2014 bei 6,25 ener­ge­ti­schen Prozent.

Durch das Zwölfte Gesetz zur Ände­rung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes vom 20. Novem­ber 2014 wurde der Umstieg von der Biokraftstoff- auf die Treib­haus­gas­quote ange­passt und prä­zi­siert. Zum 1. Januar 2015 wurde die Quote von der ener­ge­ti­schen Bewer­tung auf die Netto-Treibhausgasminderung als Bezugs­größe umge­stellt. Seit dem Jahr 2015 haben nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz Ver­pflich­tete sicher­zu­stel­len, dass die Treib­haus­gas­emis­sio­nen der von ihnen in Verkehr gebrach­ten fos­si­len Otto- und Die­sel­kraft­stoffe um 3,5 Prozent, ab 2017 um 4 Prozent und ab 2020 um 6 Prozent gegen­über einem Refe­renz­wert gemin­dert werden. Eine steu­er­li­che Begüns­ti­gung von bio­ge­nen Antei­len in Gemi­schen mit fos­si­len Kraft­stof­fen ist infolge der Umstel­lung des För­der­rah­mens bereits seit Anfang des Jahres 2007 grund­sätz­lich nicht mehr möglich. Die Steu­er­be­güns­ti­gung für Bio­rein­kraft­stoffe ist Ende des Jahres 2012 wei­test­ge­hend aus­ge­lau­fen.

Steu­er­ent­las­tung für Sub­sti­tute

Seit 2013 kann für reinen Bio­die­sel und Pflan­zen­öl­kraft­stoff sowie für andere reine Bio­kraft­stoffe, die fos­si­len Die­sel­kraft­stoff sub­sti­tu­ie­ren sollen, eine Steu­er­ent­las­tung in Höhe von 2,14 Cent pro Liter bean­tragt werden. Damit besteht die theo­re­ti­sche Mög­lich­keit, dass über eine Steu­er­be­güns­ti­gung der nied­ri­gere Ener­gie­ge­halt dieser Bio­rein­kraft­stoffe gegen­über fos­si­lem Diesel aus­ge­gli­chen wurde.

Steu­er­li­che Son­der­re­ge­lun­gen exis­tier­ten für als Kraft­stoff ein­ge­setz­tes Bio­me­than, BtL-Kraftstoffe und Zellulose-Ethanol. Diese Bio­kraft­stoffe konnten bis Ende des Jahres 2015 sowohl als Bestand­teil von Gemi­schen mit fos­si­len Kraft­stof­fen als auch in Rein­form voll­stän­dig von der Steuer ent­las­tet werden. Bei BtL-Kraftstoffen und Zellulose-Ethanol war sogar eine Anrech­nung auf die Bio­kraft­stoff­quote neben der steu­er­li­chen Ent­las­tung möglich. Des Wei­te­ren bestand eine Steu­er­ent­las­tungs­mög­lich­keit für den Bio­etha­nol­an­teil in Kraft­stof­fen mit einem Bio­etha­nol­an­teil von min­des­tens 70 Volu­men­pro­zent (v. a. E85-Kraftstoff). Bio­kraft­stoffe, die seit Beginn des Jahres 2011 in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land in Verkehr gebracht werden, konnten im Übrigen nur dann über die Bio­kraft­stoff­quote oder steu­er­lich geför­dert werden, wenn diese die Anfor­de­run­gen der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung erfül­len.

Bio­kraft­stoffe müssen Umwelt schüt­zen

Die Bun­des­re­gie­rung geht in dem Bericht auch auf Umwelt­ef­fekte ein. Der Anbau von Bio­masse dürfe keine beson­ders schüt­zens­wer­ten Flächen wie Regen­wäl­der zer­stö­ren. Dafür gebe es welt­weit gel­tende Vor­schrif­ten, die eine direkte Gefähr­dung öko­lo­gisch wert­vol­ler Flächen ver­hin­dern sollten.
Inzwi­schen seien auch Rege­lun­gen zur Pro­ble­ma­tik der indi­rek­ten Land­nut­zung getrof­fen worden. Es sei jedoch nicht aus­ge­schlos­sen, dass Bio­masse für ener­ge­ti­sche Zwecke auf Flächen pro­du­ziert werde, die vorher für die Pro­duk­tion von Lebens- und Fut­ter­mit­teln genutzt worden seien. Deren Pro­duk­tion werde dann zumin­dest teil­weise in Gebiete mit hohem Koh­len­stoff­be­stand (Wälder, Moore) oder mit hoher bio­lo­gi­scher Viel­falt ver­drängt.


Über den Strom­be­darf von Elek­tro­au­tos, die auch ein Zukunfts­mo­dell für die Mobi­li­tät sind, schreibt Energieblogger-Kollege Rüdiger Paschotta hier auf seinem Blog RP-Energie-Lexikon.