Durch die Unabhängigkeit der Ölheizer können die Tanklaster im Winter auch schon mal rumstehen. Foto: Urbansky

Bestimmt das Wetter den Absatz?

von | 20. Dezember 2017

Es war eine alte Mine­ral­öl­händ­ler­weisheit: Ist es kalt, brummt der Heiz­öl­verkauf. Ist es nicht kalt, hat der Händler nichts bis gar nichts zu tun. 

Doch das stimmt so schon lange nicht mehr. Immerhin ist der Heiz­öl­kunde, im Gegensatz zum Erdgas- oder Fern­wär­me­kunden, sehr wohl in der Lage, auf fallende Preise zu setzen und stei­genden aus dem Weg zu gehen. Mit dem Internet geht das rund um die Uhr und sehr schnell. Das Wetter kann da nur noch eine marginale Rolle spielen. …

Die Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lanzen bringt es immer wieder an den Tag: Ist es in Deutschland kühler als im Vorjahr, so 2016, steigt der Wärme­bedarf. Sowohl der Verbrauch an Erdgas, Kohle als auch Heizöl gehen nach oben.

Aller­dings – der Absatz von Heizöl ging nach unten, und zwar um zwei Prozent. Zum einen liegt das an effi­zi­en­teren Heizungen. Zum anderen jedoch wohl eher am Kauf­ver­halten der Kunden in einer lang­an­hal­tenden Nied­rig­preis­phase. Denn Heiz­öl­kunden können nun mal auf Vorrat kaufen, was sie 2014 und 2015, als ein im Prinzip bis heute anhal­tender massiver Preis­verfall beim Heizöl einsetzte, auch taten. Beim Erdgas geht das nicht. Im gleichen Zeitraum stieg der Erdgas­ver­brauch und damit parallel der Absatz in Haus­halten, wo er vorrangig zum Heizen verwendet wird, um 11 Prozent. …

Als Faust­regel kann tatsächlich gelten, dass 1 Kelvin Temper­tur­un­ter­schied im Jahres­mittel den Brenn­stoff­ver­brauch um 6 Prozent beein­flusst – entweder nach oben oder unten. Leitungs­ge­bundene Ener­gie­träger wie Fernwärme und Erdgas sind davon direkt betroffen. Für Ener­gie­träger, die der Kunde selbst speichern kann, also Heizöl, Holz­pro­dukte oder Braun­koh­le­bri­ketts, gilt das weniger.

Dennoch gibt es auch hier gewisse Abhän­gig­keiten vom Wetter. Wenn der Winter besonders hart war, was hier­zu­lande zuletzt 2012/​2013 der Fall war – übrigbens nach einem ähnlich warmen Oktober wie 2017 – klettern auch die Absätze in die Höhe, weil sich die eigene Bevor­ratung schneller dem Ende zuneigt. …


Gekürzt. Geschrie­ben für Brenn­stoff­spie­gel. Der voll­stän­dige Beitrag ist nur in der Ausgabe 12/​2017 zu lesen. Zum kos­ten­freien Pro­be­abo geht es hier.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

0 Kommentare

EnWiPo
EnWiPo
Wohn­quartier mit Sand­wich­kol­lek­toren und kalter Nahwärme

Wohn­quartier mit Sand­wich­kol­lek­toren und kalter Nahwärme

Eisspeicher spielen für die Wärmewende eine wachsende Rolle. Investoren landauf, landab erkennen die Vorteile der Technologie, mit der im Winter gut geheizt und im Sommer fast zum Null-Ttarif gekühlt werden kann. Mit dem Erd-Eeisspeicher kommt nun eine investiv...

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Inves­ti­tionen und Betrieb andere machen lassen

Die Novellen der Heizkostenverordnung und der Wärmelieferverordnung lassen auf sich warten. Jedoch wurden zuletzt steuerliche Hemmnisse für Wohnungsunternehmen verringert, die ihnen den Energiehandel erschwerten. Für Contractoren ist dies kein bedrohliches Szenario....

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

West­afrika: Wasserstoff-​Powerhouse mit drei Haken

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek will den Sonnenreichtum Westafrikas nutzen, um Wasserstoff für Deutschland zu produzieren. Das Projekt hat nur Chancen bei einer echten Partnerschaft. Ohne Wasserstoff wird die Energiewende nicht gelingen. "Der Strombedarf...

Strom aus Strömen

Strom aus Strömen

Wasserkraft ist neben Biomasse die einzige grundlastfähige erneuerbare Energieform. Doch die Ausbaupotenziale für große Pumpspeicher- oder reine Wasserkraftwerke sind begrenzt. Bürger begehren auf, Investoren ziehen sich zurück. Die kleine Variante, etwa...