Die Koalition kippt die 65-Prozent-Vorgabe und erlaubt weiter Öl- und Gasheizungen. Das schafft kurzfristig Ruhe – schwächt aber eine klimapolitisch sinnvolle Leitplanke und vertagt Investitionen in eine zukunftsfeste Wärmeversorgung.
Die schwarz-rote Einigung zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes ist eine politische Zäsur. Die Pflicht, neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, entfällt. Künftig sollen Öl- und Gasheizungen wieder (fast) uneingeschränkt eingebaut werden dürfen, flankiert von einer moderaten Grüngasquote für Erdgas und Heizöl – wobei weitgehend offen bleibt, wo diese Mengen herkommen sollen. Was als Befreiungsschlag verkauft wird, ist in Wahrheit eine deutliche Abschwächung einer an sich sinnvollen Regelung.
Die 65-Prozent-Vorgabe war kein Selbstzweck. Sie setzte einen klaren Investitionsrahmen für Eigentümer, Industrie und Handwerk. Gerade im Gebäudesektor, der seine Klimaziele seit Jahren verfehlt, braucht es Verbindlichkeit. Stattdessen verlagert die Koalition Verantwortung auf Energieversorger, die ab 2028 beziehungsweise 2029 schrittweise klimafreundliche Gase beimischen sollen – zunächst in sehr geringen Größenordnungen. Ein Prozent ab 2028, zehn Prozent ab 2029 für neue Anlagen: politisch leichter vermittelbar, klimapolitisch aber wenig ambitioniert – und mengenmäßig kaum darstellbar. …
Gekürzt. Geschrieben für SpringerProfessional. Der komplette Beitrag kann hier gelesen werden.





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