Erdgas, hier die Anlandestation von Nord Stream in der Lubminer Heide nahe Greifswald, ist der große Gewinner beim fossilen Energiemix 2035. Foto: Nord Stream

Erdgas großer Gewinner beim Ener­giemix 2016

von | 27. Dezember 2016

Der Ener­gie­ver­brauch in Deutschland erreicht 2016 voraus­sichtlich eine Höhe von 13.427 Petajoule (PJ) oder 458,2 Millionen Tonnen Stein­koh­len­ein­heiten (Mio. t SKE). Das entspricht einer Zunahme um 1,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Der Zuwachs kam nach Berech­nungen und Erhe­bungen der Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lanzen (AGEB) aufgrund der gegenüber dem Vorjahr kälteren Witterung sowie auf dem dies­jäh­rigen Schalttag zustande. Gedämpft wurde der Verbrauchs­an­stieg durch weitere Verbes­se­rungen bei der Energieeffizienz.

Deutschland, Energieverbrauch, Energiemix, AGEB

Quelle: AGEB

Verbrauchs­zu­wächse gab es beim Erdgas und beim Mineralöl sowie bei den erneu­er­baren Energien. Rückgänge verbuchten Kern­energie sowie Stein- und Braun­kohle. Ohne den Einfluss der Witterung wäre der Ener­gie­ver­brauch gegenüber dem Vorjahr nur um etwa 1 % gestiegen.

Mine­ral­öl­ver­brauch steigt um 1,8 %

Der Mine­ral­öl­ver­brauch lag 2016 mit einem Zuwachs von 1,8 % etwas höher als im Vorjahr. Der Verbrauch betrug insgesamt 4.562 PJ oder 155,8 Mio. t SKE. Zu dieser Entwicklung trug insbe­sondere der um 4,5 % gestiegene Verbrauch an Diesel­kraft­stoff bei. Der Absatz von Flug­kraft­stoff lag ebenfalls im Plus und erhöhte sich um 4 %. Demge­genüber blieb der Absatz von Otto­kraft­stoff praktisch unver­ändert und beim leichten und schweren Heizöl ging der Absatz jeweils um 3 % zurück.

10 % mehr Erdgas

Der Erdgas­ver­brauch erhöhte sich kräftig um 10 % auf 3.043 PJ bezie­hungs­weise 103,8 Mio. t SKE. Ursachen des Verbrauchs­an­stiegs waren die kühlere Witterung gegenüber 2015 sowie der Mehr­einsatz von Erdgas in den Kraft­werken, besonders in Anlagen mit Kraft-​Wärme-​Kopplung. Außerdem gingen neue Gaskraft­werke in Betrieb.

Kohle­ver­brauch geht zurück

Der Verbrauch an Stein­kohle sank um 4 % auf 1.635 PJ oder 55,8 Mio. t SKE. Dabei verrin­gerte sich der Einsatz in Kraft­werken zur Strom- und Wärme­er­zeugung um 6,2 %. Insgesamt entfallen rund zwei Drittel des gesamten Verbrauchs an Stein­kohle in Deutschland auf die Strom­erzeugung. Der Stein­koh­len­einsatz zur Strom­erzeugung wurde durch die erhöhte Strom­erzeugung aus Erdgas sowie die gestiegene Einspeisung von Strom aus Offshore- Wind­ener­gie­an­lagen beeinflusst.

Der Verbrauch an Braun­kohle verrin­gerte sich um 2,6 % und erreichte eine

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Quelle: AGEB

Höhe von 1.525 PJ bezie­hungs­weise 52,0 Mio. t SKE. Rund 90 % der Förderung werden in Kraft­werken zur Erzeugung von Strom und Wärme einge­setzt. Die Strom­erzeugung aus Braun­kohle verrin­gerte sich infolge gerin­gerer Kraft­werks­ver­füg­barkeit in ähnlicher %ualer Größen­ordnung wie die Produktion.

Bei der Kern­energie gab es ein Minus von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr, was auf mehrere plan­mäßige Kraft­werks­re­vi­sionen und die Außer­be­trieb­nahme des Kraft­werks Grafen­rheinfeld Mitte 2015 zurück­zu­führen ist.

PV-​Strom sinkt leicht

Die erneu­er­baren Energien erhöhten ihren Beitrag zur Ener­gie­bilanz nur um 2,9 % auf 1.692 PJ oder 57,7 Mio. t SKE. Bei der Biomasse kam es zu einem Plus von 3 %. Die Strom­erzeugung aus Wasser­kraft (ohne Pump­speicher) nahm um 13 % zu, bei der Windkraft an Land und auf See kam es insgesamt zu einem leichten Anstieg um 1 %. Der Beitrag der Solar­energie (Photo­voltaik und Solar­thermie) sank dagegen um 1 %.

Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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