Erdgas großer Gewin­ner beim Ener­gie­mix 2016

Erdgas, hier die Anlandestation von Nord Stream in der Lubminer Heide nahe Greifswald, ist der große Gewinner beim fossilen Energiemix 2035. Foto: Nord Stream Energiemix, BP, Outlook, 2035
Erdgas, hier die Anlandestation von Nord Stream in der Lubminer Heide nahe Greifswald, ist der große Gewinner beim fossilen Energiemix 2035. Foto: Nord Stream

Der Ener­gie­ver­brauch in Deutsch­land erreicht 2016 vor­aus­sicht­lich eine Höhe von 13.427 Peta­joule (PJ) oder 458,2 Mil­lio­nen Tonnen Stein­koh­len­ein­hei­ten (Mio. t SKE). Das ent­spricht einer Zunahme um 1,6 % gegen­über dem Vorjahr.

Der Zuwachs kam nach Berech­nun­gen und Erhe­bun­gen der Arbeits­ge­mein­schaft Ener­gie­bi­lan­zen (AGEB) auf­grund der gegen­über dem Vorjahr käl­te­ren Wit­te­rung sowie auf dem dies­jäh­ri­gen Schalt­tag zustande. Gedämpft wurde der Ver­brauchs­an­stieg durch weitere Ver­bes­se­run­gen bei der Ener­gie­ef­fi­zi­enz.

Deutschland, Energieverbrauch, Energiemix, AGEB
Quelle: AGEB

Ver­brauchs­zu­wächse gab es beim Erdgas und beim Mine­ralöl sowie bei den erneu­er­ba­ren Ener­gien. Rück­gänge ver­buch­ten Kern­ener­gie sowie Stein‐ und Braun­kohle. Ohne den Ein­fluss der Wit­te­rung wäre der Ener­gie­ver­brauch gegen­über dem Vorjahr nur um etwa 1 % gestie­gen.

Mine­ral­öl­ver­brauch steigt um 1,8 %

Der Mine­ral­öl­ver­brauch lag 2016 mit einem Zuwachs von 1,8 % etwas höher als im Vorjahr. Der Ver­brauch betrug ins­ge­samt 4.562 PJ oder 155,8 Mio. t SKE. Zu dieser Ent­wick­lung trug ins­be­son­dere der um 4,5 % gestie­gene Ver­brauch an Die­sel­kraft­stoff bei. Der Absatz von Flug­kraft­stoff lag eben­falls im Plus und erhöhte sich um 4 %. Dem­ge­gen­über blieb der Absatz von Otto­kraft­stoff prak­tisch unver­än­dert und beim leich­ten und schwe­ren Heizöl ging der Absatz jeweils um 3 % zurück.

10 % mehr Erdgas

Der Erd­gas­ver­brauch erhöhte sich kräftig um 10 % auf 3.043 PJ bezie­hungs­weise 103,8 Mio. t SKE. Ursa­chen des Ver­brauchs­an­stiegs waren die kühlere Wit­te­rung gegen­über 2015 sowie der Mehr­ein­satz von Erdgas in den Kraft­wer­ken, beson­ders in Anlagen mit Kraft‐Wärme‐Kopplung. Außer­dem gingen neue Gas­kraft­werke in Betrieb.

Koh­le­ver­brauch geht zurück

Der Ver­brauch an Stein­kohle sank um 4 % auf 1.635 PJ oder 55,8 Mio. t SKE. Dabei ver­rin­gerte sich der Einsatz in Kraft­wer­ken zur Strom‐ und Wär­me­er­zeu­gung um 6,2 %. Ins­ge­samt ent­fal­len rund zwei Drittel des gesam­ten Ver­brauchs an Stein­kohle in Deutsch­land auf die Strom­erzeu­gung. Der Stein­koh­len­ein­satz zur Strom­erzeu­gung wurde durch die erhöhte Strom­erzeu­gung aus Erdgas sowie die gestie­gene Ein­spei­sung von Strom aus Offshore‐ Wind­ener­gie­an­la­gen beein­flusst.

Der Ver­brauch an Braun­kohle ver­rin­gerte sich um 2,6 % und erreichte eine

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Quelle: AGEB

Höhe von 1.525 PJ bezie­hungs­weise 52,0 Mio. t SKE. Rund 90 % der För­de­rung werden in Kraft­wer­ken zur Erzeu­gung von Strom und Wärme ein­ge­setzt. Die Strom­erzeu­gung aus Braun­kohle ver­rin­gerte sich infolge gerin­ge­rer Kraft­werks­ver­füg­bar­keit in ähn­li­cher %ualer Grö­ßen­ord­nung wie die Pro­duk­tion.

Bei der Kern­ener­gie gab es ein Minus von 7,4 % gegen­über dem Vorjahr, was auf mehrere plan­mä­ßige Kraft­werks­re­vi­sio­nen und die Außer­be­trieb­nahme des Kraft­werks Gra­fen­rhein­feld Mitte 2015 zurück­zu­füh­ren ist.

PV‐Strom sinkt leicht

Die erneu­er­ba­ren Ener­gien erhöh­ten ihren Beitrag zur Ener­gie­bi­lanz nur um 2,9 % auf 1.692 PJ oder 57,7 Mio. t SKE. Bei der Bio­masse kam es zu einem Plus von 3 %. Die Strom­erzeu­gung aus Was­ser­kraft (ohne Pump­spei­cher) nahm um 13 % zu, bei der Wind­kraft an Land und auf See kam es ins­ge­samt zu einem leich­ten Anstieg um 1 %. Der Beitrag der Solar­ener­gie (Pho­to­vol­taik und Solar­ther­mie) sank dagegen um 1 %.