1. Halbjahr: Erneuerbare großer Gewinner beim Energieverbrauch

Trotz Dunkelflaute im Januar stieg die Stromeinspeisung aus Windanlagen um 19 Prozent. Foto: Urbansky
Trotz Dunkelflaute im Januar stieg die Stromeinspeisung aus Windanlagen um 19 Prozent. Foto: Urbansky

Der Energieverbrauch in Deutschland erreichte nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (geb9 in den ers­ten sechs Monaten des lau­fen­den Jahres eine Höhe von 6.882 Petajoule (PJ) bezie­hungs­weise 234,8 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) und lag damit um 0,8 Prozent höher als im glei­chen Zeitraum des Vorjahres. Die posi­tive Konjunkturentwicklung sowie die etwas küh­lere Witterung zu Beginn des Jahres begüns­tig­ten den Absatz von Mineralölprodukten und Erdgas.

Quelle: AGEB
Quelle: AGEB

Bei den Erneuerbaren Energien führ­ten gute Windverhältnisse und eine hohe Zahl von Sonnenstunden zu einer deut­li­chen Zunahme der Stromeinspeisungen. Sie stei­ger­ten ihren Beitrag zum gesam­ten Energieverbrauch im ers­ten Halbjahr 2017 um mehr als 6 Prozent. Trotz Dunkelflaute im Januar stieg die Stromeinspeisung aus Wind- und PV-Anlagen um 19 bezie­hungs­weise 14 Prozent. Auch die Biomasse konnte ihren Beitrag um 5 Prozent erhö­hen. Dagegen war die Stromerzeugung aus Wasserkraft um 18 Prozent nied­ri­ger als im Vorjahr.

Der Verbrauch von Mineralöl erhöhte sich ins­ge­samt um 2,6 Prozent. Zu die­ser Entwicklung tru­gen vor allem die Kraftstoffe bei. Der Absatz von Dieselkraftstoff lag mit 6,5 Prozent im Plus, bei den Ottokraftstoffen gab es ein Plus von 2,5 Prozent und der Absatz von Flugkraftstoff erhöhte sich um fast 8 Prozent. Auch die Lieferungen von Rohbenzin an die che­mi­sche Industrie lagen deut­lich im Plus. Zu Absatzrückgängen kam es dage­gen beim leich­ten Heizöl.

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Der Erdgasverbrauch lag gut 3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Im ers­ten Halbjahr stie­gen sowohl der Erdgaseinsatz für die Wärmeversorgung wie auch die Nachfrage aus der Industrie. Die anhal­tend gute Wettbewerbssituation und die Förderung der Stromerzeugung aus hoch­ef­fi­zi­en­ten KWK-Anlagen sorg­ten für einen wei­te­ren Anstieg des Erdgaseinsatzes in Kraftwerken.

Der Verbrauch an Steinkohle sank im ers­ten Halbjahr 2017 um 6,7 Prozent. Beim Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken kam es, vor­ran­gig infolge einer stär­ke­ren Einspeisung von Strom aus erneu­er­ba­ren Energien, zu einem Minus von 9 Prozent. Der Verbrauch von Braunkohle erhöhte sich in den ers­ten sechs Monaten des lau­fen­den Jahres um knapp 3 Prozent. Die Zunahme ist auf eine ver­bes­serte Kraftwerksverfügbarkeit gegen­über dem Vorjahreszeitraum zurück­zu­füh­ren. Die Stromerzeugung der Braunkohlenkraftwerke bewegt sich damit wie­der auf einem mehr­jäh­ri­gen Durchschnittsniveau. Bei der Kernenergie kam es wegen ver­än­der­ter Revisionsplanungen zu einem Minus von 17,5 Prozent.