China exportiert inzwischen Verbrenner und Elektroautos erfolgreich in die ganze Welt. Foto: MG Motor

Chinas Auto­mo­bil­in­dustrie – Prag­ma­tismus als Strategie

von | 26. Februar 2024

Nicht nur bei der Elek­tro­mo­bi­lität läuft China der west­lichen Welt längst den Rang ab. Auch bei den Verbren­nungs­mo­toren holt das Reich der Mitte auf – und verkauft sie inzwi­schen weltweit. Was machen die Asiaten besser, was anders? Ein Erfolgs­rezept liegt in der sehr prag­ma­ti­schen Tech­no­lo­gie­of­fenheit – und in scheinbar unend­lichen Ressourcen bei Rohstoffen, Arbeits­kräften und Technik.

Chinas Mobi­li­täts­stra­tegien unter­scheiden deutlich danach, ob sie für das Ausland oder das eigene Reich gelten. Im Inland wird mit Nachdruck die Elek­tri­fi­zierung voran­ge­trieben, während im Ausland zunehmend auch Pkw mit Verbren­nungs­mo­toren abgesetzt werden.

So hat der chine­sische Ölkonzern Sinopec im September 2023 prognos­ti­ziert, dass der „Peak Gasoline“, der Höhepunkt des Verbrauchs von fossilen Kraft­stoffen wie Benzin und Diesel für Stra­ßen­fahr­zeuge, bereits in diesem Jahr erreicht wird. Dieser Zeitpunkt tritt somit zwei Jahre früher ein als bisher erwartet.

In den letzten zwei Jahr­zehnten war China das Land mit dem stärksten Wachstum im Bedarf an Rohöl­pro­dukten. Besonders die Nachfrage nach Kraft­stoffen, bedingt durch das rapide Wachstum der Moto­ri­sierung, stieg stark an. Der Grund für den nunmeh­rigen Rückgang liegt auf der Hand: Der Durch­bruch der Elek­tro­mo­bi­lität, bei der China eine führende Rolle einnimmt und die im Land selbst stark gefördert wird.

Gleich­zeitig häufen sich hier­zu­lande die Hiobs­bot­schaften in Sachen Elek­tro­mo­bi­lität. VW stellt die Produktion von Elek­tro­autos in der Gläsernen Fabrik in Dresden ein. Dort wurden vor allem Luxus­fahr­zeuge montiert. Im VW-​Werk Zwickau, das komplett auf Elek­tro­mo­bi­lität umge­stellt wurde, sollen bis zu 400 Leih­ar­beiter entlassen werden. Grund ist der mangelnde Absatz, der auch auf die hohen Preise zurück­zu­führen ist. Die Chinesen dagegen bringen hier­zu­lande schon Modelle ab 6.000 Euro auf den Markt – und das bei guter Qualität. …


Gekürzt. Geschrieben für die ATZ- Auto­mo­bil­tech­nische Zeitschrift.

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Frank Urbansky

Freier Jour­na­list und Fach­au­tor, unter anderem für die Fach­ma­ga­zine und Portale Brenn­stoff­spie­gel, Uniti; DW Die Woh­nungs­wirt­schaft und Immo­bi­li­en­wirt­schaft; Haufe-Lexware; Energie&Management; IVV, Huss Medien; Motor­tech­ni­sche Zeit­schrift und Sprin­ger­Pro­fes­sio­nal; Sprin­ger Fachverlag; SHK Profi und tab, Bau­ver­lag; stadt+werk, k21

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