Interview mit Dr. Katja Nowak, Leitung Klimaneutralität und Energiewende der Stadtwerke Halle, zur kommunalen Wärmeplanung und zum Fernwärmeausbau in Halle (Saale).
Energiekosten
Planung ist bezahlbar, die Umsetzung wird teuer
Kommunale Wärmepläne sind im besten Fall ein verbindlicher, datenbasierter Orientierungsrahmen für den Umbau der Wärmeversorgung. Verbindlich sind sie allerdings nur dort, wo Gebiete für eine künftige Fernwärmeversorgung ausgewiesen werden. Doch selbst das ist vielerorts kaum finanzierbar.
Wärmewende wirtschaftlich gestalten in Mehrfamilienhäusern
Die Wärmewende im Bestand läuft am Ende immer auf dieselbe Frage hinaus: Was senkt CO₂-Emissionen und Nebenkosten – und was verlagert lediglich Risiken, etwa vom Gaspreis zum Strompreis oder hin zu intransparenten Fernwärme-Preisformeln? Realistisch betrachtet bleiben im Bestand nur drei Optionen: Wärmepumpen, Hybridheizungen und der Anschluss an ein Fernwärmenetz. Entscheidend ist, welche Lösung bei Investitions- und Betriebskosten zu welchem Immobilientyp passt.
„Daten bündeln und Use Cases schaffen”
Digitale Vernetzung verändert den Betrieb von Immobilien. Live-Daten sollen TGA und Facility Management verbinden. Frank Schröder, Co-Leiter des Gefma-Arbeitskreises „Gebäudebetrieb 4.0” und Director Efficient Technologies bei Phoenix Connect, erläutert im Interview Potenziale und Use Cases.
Der Datenschatz der Geräte
Gebäude entwickeln sich zu digitalen Systemen: Vernetzte Sensoren, smarte Geräte und intelligente Betriebsführung versprechen mehr Effizienz, Nachhaltigkeit und Transparenz. Voraussetzung ist jedoch, dass Facility Manager, Betreiber und Hersteller den stetig wachsenden Datenschatz konsequent nutzen. Möglich wird das durch eine datenbasierte Transformation des Gebäudebetriebs – technologisch wie organisatorisch.
Keine Verbindlichkeit mehr beim Heizungsgesetz
Die Koalition kippt die 65-Prozent-Vorgabe und erlaubt weiter Öl- und Gasheizungen. Das schafft kurzfristig Ruhe – schwächt aber eine klimapolitisch sinnvolle Leitplanke und vertagt Investitionen in eine zukunftsfeste Wärmeversorgung.
Kabel unter, Erträge über der Erde
Gleichstrom-Erdkabel sind ein zentraler Baustein der Energiewende. Doch welche Folgen hat diese Infrastruktur für die Landwirtschaft? Ein Forschungsprojekt der Universität Hohenheim zeigt: Ertrag und Qualität landwirtschaftlicher Kulturen bleiben stabil – vorausgesetzt, die Kabel werden fachgerecht verlegt.
Trinkwarmwasser effizient und dezentral aufbereiten
Dezentrale Warmwasserbereitung überzeugt durch geringe Verluste, bedarfsgerechte Erzeugung und hohe Hygienesicherheit. Wir stellen die Lösungen wie Durchlauferhitzer, Frischwasserstationen oder Wärmepumpen vor.
Eigenverbrauch wird treibende Kraft der Photovoltaik
Lange wurde Solarstrom nahezu vollständig ins Netz eingespeist. Heute ist der Eigenverbrauch der zentrale Wachstumstreiber der Photovoltaik. Eine neue Analyse des Fraunhofer ISE zeigt erstmals, wie stark er zunimmt – und warum er für Stromnetze und Energiewende immer wichtiger wird.
Dezentrale Heizsysteme – Hauptpfad der Wärmewende
Das Zielbild vieler kommunaler Wärmepläne hat nur begrenzt mit der Realität in den Heizungskellern zu tun. Auf dem Papier ist die Stoßrichtung oft eindeutig: Fernwärme, wo immer es technisch möglich erscheint. In der Praxis jedoch sind die Investitions- und Betriebskosten hoch – während dezentrale Lösungen in den meisten Fällen deutlich günstiger und schneller umsetzbar sind.
Wo Contracting passt – und wo nicht
Kommunale Versorger und Wohnungsunternehmen stehen bei der Umstellung ihrer Wärmeversorgung unter erheblichem Druck. Sie sollen politische Vorgaben umsetzen, Investitionen anstoßen und zugleich soziale Verwerfungen vermeiden. Steigende Energiepreise, verunsicherte Mieter und ein zunehmender Fachkräftemangel verschärfen die Situation. Contracting kann in diesem Umfeld eine Lösung sein – ist jedoch kein Allheilmittel.
Verzerrte Anreize für die Antriebswende bei Lkw
Die THG-Quote soll die Antriebswende im Güterverkehr beschleunigen, benachteiligt jedoch batterieelektrische Lkw gegenüber Brennstoffzellenfahrzeugen. Eine DIW-Studie zeigt, wie verzerrte Anreizstrukturen entstehen und welche Reformen nötig wären.
Wärmenetze funktionieren im ländlichen Raum kaum
Eine Machbarkeitsstudie sieht ein flächendeckendes Wärmenetz im ländlich geprägten Windeck-Dattenfeld wirtschaftlich im Nachteil. Sie zeigt zugleich, unter welchen Voraussetzungen eine zentrale Wärmeversorgung auf dem Land gelingen kann und weshalb dezentrale Lösungen...
Wie Biber Landschaften zu CO₂-Speichern machen
Biber verändern Ökosysteme tiefgreifend – und leisten dabei offenbar deutlich mehr für den Klimaschutz als bislang angenommen. Neue Forschungsergebnisse zeigt, dass ihre Dämme Feuchtgebiete entstehen lassen, Kohlenstoff im Boden binden und ganze Landschaften zu...
Erster flexibler Netzanschluss für Biogasanlage
Flexible Netzanschlussverträge ermöglichen einen schnelleren Anschluss von Grünstrom-Einspeisern aus Biogasanlagen und können zugleich die Kosten für den Netzausbau senken. In Schleswig-Holstein wurde nun erstmals eine solche Anlage ans Netz gebracht. Grünstrom...
Großes Potenzial für Solarparks als Weideland
Solarparks können deutlich mehr als Strom erzeugen. Eine neue Studie zeigt, dass PV-Freiflächenanlagen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden können, hochwertiges Futter liefern, die Artenvielfalt fördern und Weidetieren zusätzliche Vorteile bieten. Dafür wurde...











